Neben der Krebsvorsorgeuntersuchung sind Maßnahmen zu einem
sicheren Empfängnisschutz ein weiterer wichtiger
Bestandteil der frauenärztlichen Beratungstätigkeit. Das
Thema "Verhütung" beschäftigt die meisten Frauen
zwischen Pubertät und Wechseljahren.Welche Verhütungsmethoden stehen Ihnen zur Zeit zur Verfügung ?
Die Sterilisation stellt zwar die sicherste
antikonzeptionelle Methode dar, setzt aber eine
definitiv abgeschlossene Familienplanung voraus. Der
Eingriff wird in den meisten Fällen ambulant - operativ
mittels einer Bauchspiegelung durchgeführt. Dabei werden
beide Eileiter durchtrennt, so das Spermien und Eizelle
nicht mehr aufeinander treffen können.
Durch die Sterilisation erhalten Sie zwar eine sichere
und dauerhafte Verhütung, jedoch ist sie schwer
rückgängig zu machen, Sie tragen das Narkoserisiko und
nicht selten klagen Patientinnen nach einer
Sterilisation über lang anhaltende, starke
Menstruationsblutungen.
Die Kosten werden zudem von den gesetzlichen
Krankenkassen nicht übernommen.
Die Antibabypille stellt die häufigste Verhütungsmethode
in Deutschland dar. Dies liegt zum einen an der hohen
Sicherheit und zum anderen an der einfachen Handhabung
dieser Methode.
Über die verschiedenen Mikropillen, ihr Einnahmemodus
und ihre Nebenwirkungen beraten wir Sie gerne in unserer
Praxis.
Neben der hohen Sicherheit bieten die Mikropillen auch
noch einige andere Vorteile. Sie sind gut verträglich,
wirken sich oft positiv auf Haut und Haare aus, führen
selten zur Gewichtszunahme, regulieren den Monatszyklus,
die Menstruation wird schwächer und weniger schmerzhaft.
Außerdem sinkt das Risiko für Eierstockzysten und die
Regelblutung lässt sich leichter verschieben.
Nachteilig wirken sich die Mikropillen bei
Einnahmefehler oder zusätzlicher Medikamenteneinnahme (
Antibiotika ! ) aus. Die Wirkung kann dann aufgehoben
werden und unter Umständen setzen Zwischenblutungen ein.
Zudem bieten Mikropillen keinen Schutz vor sexuell
übertragbaren Erkrankungen und bei Rauchern, Übergewicht
und Thromboserisiko sollten sie nicht zum Einsatz kommen.
Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von den
gesetzlichen Krankenkassen getragen.
Mirena ( Hormonspirale )
Die Hormonspirale ( Mirena ) ist eine ebenso sichere Verhütungsmethode wie die Antibabypille. Ihre Vorteile liegen in der absoluten Östrogenfreiheit. Ihre Wirkung entfaltet sie überwiegend über eine lokale Gestagenabgabe an die Gebährmutterschleimhaut und den Cervixschleim. Anwendungsfehler sind nicht möglich (Liegezeit 5 Jahre). Die Menstruation wird deutlich schwächer, sie kann auch gänzlich ausbleiben. Das Risiko für Gebährmutter,- und Eileiterentzündungen ist gering, so dass sie auch problemlos bei jüngeren Frauen zum Einsatz kommen kann. Sie ist zudem eine langfristige und preiswerte Verhütung und beeinträchtigt nicht bei Durchfall, Erbrechen und Anitbiotikaeinnahme.Verhütungsstäbchen ( Implanon )
Ähnlich der Hormonspirale, der
Minipille und der 3-Monats-Spritze ist das
Verhütungsstäbchen frei von Östrogenen. Es besteht
ebenso aus einem Kunststoffstäbchen, das ein Gestagen
beinhaltet. Dieses wird nach lokaler Betäubung direkt
unter die Haut des Oberarms gelegt und kann dort 3 Jahre
bleiben.
Das Implanonstäbchen ist jederzeit tastbar, stört jedoch
nicht während Bewegungen.
Auch bei dieser Verhütungsmethode kann es gelegentlich
zu Zwischen und Schmierblutungen kommen. Das Auftreten
von Akne oder eine Gewichtszunahme sind nicht
ausgeschlossen.
Der Vaginalring beinhaltet ähnlich der Mikropille
Östrogen und Gestagen. Er wird für 21 Tage in die
Scheide eingelegt und gibt kontinuierlich eine bestimmte
tägliche Menge an Hormone über die Vaginalschleimhaut an
das Blut ab. Dadurch wirkt er ähnlich einer Mikropille.
Nach 21 Tagen wird der Ring entfernt und es erfolgt eine
Pause für 7 Tage, in der die Menstruation einsetzt.
Der Vorteil gegenüber einer Pilleneinnahme besteht
darin, das der Nuva Ring niedriger dosiert ist, das
Durchfall, Erbrechen und Antibiotikaeinnahme die Wirkung
nicht herabsetzen und das regelmäßige Einnahmezeiten
vermieden werden. In seltenen Fällen kann der Ring
einmal herausrutschen oder beim Geschlechtsverkehr als
störend empfunden werden. Ebenso selten wird von
Patientinnen vermehrter Ausfluss und
Scheidenentzündungen beschrieben.
Verhütungspflaster
Das Hormonpflaster als antikonzeptionelle Methode
beinhaltet ähnlich dem Nuva Ring eine Kombination aus
Östrogen und Gestagen. Es wird auf die Haut aufgeklebt,
so dass die Hormone gleichmäßig über die Haut ins Blut
aufgenommen werden können.
Das Hormonpflaster wird 3 Wochen lang einmal wöchentlich
gewechselt. Danach wird für 7 Tage kein Pflaster
aufgeklebt. In jeder Pause erscheint regelmäßig die
Monatsblutung. Auch das Hormonpflaster hat keinen
Einfluss auf die Sicherheit bei Vorhandensein von
Durchfall, Erbrechen und Antibiotikaeinnahme. Der
Einsatz sollte jedoch unter strenger Indikation
erfolgen, da nach neusten Erkenntnissen eine
langfristige Anwendung ein erhöhtes Thromboserisiko
nicht ausschließt.
Kupferspirale
Die Kupferspirale besteht aus einem Kunststoffkörper mit
umwickeltem Kupferdraht. Das Kupfer hat den eigentlichen
verhütenden Effekt. Durch das Freiwerden von Kupferionen
werden Spermien inaktiviert, außerdem bewirken die Ionen
eine Entzündungsreaktion an der Gebährmutterschleimhaut,
so dass sich ein eventuell befruchtetes Ei nicht
einnisten kann.
Optimalerweise wird die Kupferspirale während der
Menstruation eingesetzt.
Die Kupferspirale ist eine langfristige Verhütungsform.
Sie kann 2-3 Jahre in der Gebährmutter verbleiben. Sie
greift nicht in das hormonelle System der Frau ein.
Zweimal jährlich wird zur eigenen Sicherheit eine
Ultraschalllagekontrolle empfohlen. Antibiotikaeinnahme, Erbrechen und
Durchfall beinträchtigen die Wirkung nicht.
Im Vergleich zur Hormonspirale ( Mirena ) sind
regelmäßige Menstruationsblutungen zu erwarten. Diese
können stärker, länger anhaltend und schmerzhafter sein
(müssen aber nicht!), außerdem besteht ein leicht
erhöhtes Risiko für Gebährmutter und
Eileiterentzündungen.
3–Monats–Spritze
Die 3–Monats–Spritze ist eine Verhütungsmethode auf
reiner Gestagenbasis ähnlich der Minipille. Alle 3
Monate sollte eine Injektion in den Gesäßmuskel
verabreicht werden. Das Gestagen führt zum einen zu
einer Viskositätssteigerung des
Gebährmutterhalsschleimes und zum anderen zu einem
verminderten Aufbau der Gebährmutterschleimhaut.
Die Antikonzeptionsmaßnahme eignet sich vor allem für
Frauen, die keine östrogenhaltigen Präparate einnehmen
dürfen. Die Sicherheit bei Antibiotikaeinnahme,
Durchfall und Erbrechen ist gegeben. Es sind keine
regelmäßigen Einnahmezeiten erforderlich. Nicht selten
werden lang anhaltende Zwischen und Schmierblutungen
beschrieben. Leider ist dann ein spontanes Absetzen
nicht möglich.
Eine langfristige Anwendung verbirgt die Gefahr der
Osteoporosebildung durch Kalziumentzug aus dem Knochen.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bis
zum 20. Lebensjahr.
Präservative ( Kondom )
Kondome sind auch heute noch eine weit verbreitete
Verhütungsmethode. Sie schützen als einzige Methode vor
sexuell übertragbaren Erkrankungen. Deshalb sollten sie
häufig mit anderen Verhütungsmitteln kombiniert werden.
Die Rate der ungewollten Schwangerschaften unter
alleiniger Anwendung von Kondomen ist relativ hoch. Diese
liegt vor allem an der häufig falschen Anwendung.
Kondome sind rezeptfrei in allen Apotheken und
Drogeriemärkten erhältlich.
Um häufige allergische Scheideninfektionen zu vermeiden,
sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass
Präservative möglichst latex und allergenfrei sind.
Natürliche Verhütungsmethoden (Basaltemperaturmessung/Hormoncomputer)
Unter Natürlicher Verhütung versteht man eine Verhütung
auf der Basis des weiblichen Zyklus ohne oder nur unter
partieller Anwendung von Hilfsmitteln.
Grundvoraussetzung für die Anwendung dieser
Verhütungsmethode ist ein absolut regelmäßiger
28-tägiger Zyklus. Es gibt zwei Methoden, die heutzutage
Anwendung finden.
Die Basaltemperaturmessung und der Hormoncomputer ( Bsp.
PERSONA ).
Zum Zeitpunkt des Eisprungs ( 14. Zyklustag ) steigt die
Körpertemperatur um etwa 0.5 Grad Celsius an und fällt
mit Beginn der unfruchtbaren Zeit wieder ab. Ebenso
zeigt der Hormoncomputer durch regelmäßige
Hormonmessungen im morgendlichen Urin ( erster Urin! )
fruchtbare und unfruchtbare Tage an.
Die Basaltemperaturmessung ist eine sehr empfindliche
und störanfällige Verhütungsmethode. Stress, wenig
Schlaf, Medikamente, Krankheit, Schicht und Nachtdienst
können Temperaturschwankungen auslösen, so dass diese
Methode keine Anwendung mehr finden kann. Der
Hormoncomputer dagegen bietet weniger
Störanfälligkeiten, da die Hormonmessung im Urin durch
oben genannte Störfaktoren nur bedingt beeinflussbar
ist.
Auch die Anwendung des Hormoncomputers setzt einen
regelmäßigen 28-Tage Zyklus voraus.
Postkoitale Verhütung ("Pille danach")
Immer wieder kann es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr
kommen, so dass notfallmäßig eine
Verhütungsmethode zum Einsatz kommen muss, die eine
Schwangerschaft verhindern soll. Sehr häufig findet dann
die „ PILLE DANACH „ ( Bsp. Unofem ) Anwendung.
Mittlerweile besteht sie nur noch aus 1 Tablette, die
innerhalb von 72 Stunden nach Verkehr eingenommen werden
muss.
Hierbei handelt es sich um ein hoch dosiertes
Hormonpräparat, das die Einnistung einer befruchteten
Eizelle in die Gebährmutterschleimhaut verhindert.
Die „ PILLE DANACH „ ist verschreibungspflichtig.
Nebenwirkungen können Kreislaufstörungen, Übelkeit,
Erbrechen und Kopfschmerzen sein.